Mittwoch, 31. Januar 2018

Die Konturen der Äpfel


Wie immer bei meinen imaginären Zeitreisen zu den Spaziergängen mit Monsieur Paul
Cezanne. Kopfhörer auf, Smooth Jazz eingespielt und Abflug ;)

Diesmal war allerdings ein lautes und bedrohliches Dröhnen zu hören, das beinah die Musik überdeckte.
Es stammte vom Anflug eines grossen Flugzeugs auf die gut 50 km von meinem Wohnort entfernte
Ramstein Air Base.

Das Grollen war sogar bei meiner Ankunft noch zu vernehmen, was sich dort aber als ein sich entfernendes Gewitter darstellte. Sehr ungewöhnlich jedoch für die Jahreszeit. ;)

Zu Beginn des Spaziergangs, schon fast rituell, ein lockeres Gespräch über Farbe.
Dann komm ich aber schnell zu der Frage die mich brennend interessiert.

Monsieur Paul, stimmt es, dass sie während des Malprozesses, besonders bei den Stilleben,
den Standort vor dem Motiv wechseln, ihre Staffelei um wenige Meter verschieben und dadurch
zu der ungewöhnlichen Auffassung und Darstellung der Konturen kommen ?

Er schüttelt den Kopf und verneint.
Es ist vielmehr so, dass ich die Konturen in einem bestimmten schwingenden Rythmus zeichne
und dadurch eine nicht genau definierte Grenze des Gegenstandes zum Raum erhalte,
an die ich mich aber beim Auftragen der Farbflächen dann heran taste.
Besonders deutlich sieht man das bei den Aquarellen, wegen der Transparenz der Farbe.

Ich freue mich sehr über diese Auskunft und bedanke mich beim ihm.

Bevor ich mich verabschiede erzähle ich ihm noch, dass ich gelesen habe, dass
die Kunstkritiker und Salonmaler seiner Zeit, die fast ausschliesslich antikisierende
und heroische Themen gelten liesen, sich sehr höhnisch und abfällig über seine Motive
geäussert hätten und sogar der Satz gefallen sei : ' Was will er denn nur mit seinen Äpfeln ? '.

Dann füge ich noch hinzu, dass es in meiner Zeit eine Firma mit dem Namen ' Apple ' gibt. Ein milliardenschweres, den Weltmarkt beherrschendes Unternehmen das sein Geld verdient mit einer Technologie, die Schwingungsfrequenzen zur Übermittlung von akkustischen und optischen Daten verwendet, die dann weltweit, drahtlos empfangen werden können.

Und wie schon bei meinem letzten Besuch lächelt er wieder und sagt :
Sie scheinen in einer sehr interessanten Zeit zu leben. ;))

Nachwort.

Die Spaziergänge mit Monsieur Paul sind natürlich reine Fiktion und frei erfunden. ;))
Falls zufällig ein Kunsthistoriker diesen Artikel liest, der Kenntnis davon hat, dass
es tatsächlich, schriftliche Dokumentationen von Paul Cezanne gibt, die diese
Arbeitsweise, vom Standortwechsel während des Malprozesses belegen, dann würde ich mich
sehr über einen Kontakt freuen.

herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday 

Montag, 29. Januar 2018

Audienzbericht vom 28.01.2018


Die Audienz hatte den Charakter der berühmten 'Kreuzberger Nächte '
und wie es dort so schön besungen wird :

" .... erst fangen se janz langsam an ... aber dann !!! " ;)

Der Auftakt war dem entsprechend verhalten, mit nur wenig Anwesenden im Saal
und eigentlich nur interessant für Männernasen.

' Der Hauch von Carima ' hiess der Duft der die Waldhüterin diesmal umwaberte.
Geheimnisvoll und fast bedrohlich betörend. Irgendwie passte das auch zur
Meldung die sie vortrug.
Einen toten Hirsch in dem noch die Pfeilspitze steckte, hatte sie im Wald gefunden
und vermutete sogleich, dass Wilderer am Werk seien.
Warum das Tier aber liegen gelassen wurde, oder ob sie es nur angeschossen hatten,
es sich dann weiter schleppte bevor es verendete, blieb vorerst noch ungeklärt.

Jungfer Blue versicherte sie werde es herausfinden, denn sie wolle auf Patrouille
gehen, regelmässig und alleine. Damit rang sie dem Prinz natürlich eine lobende
Bemerkung über ihren Mut ab.

Langsam füllte sich nun der Saal und immer mehr, dem Prinzen teilweise völlig
unbekannte Gestalten erschienen, und mischten sich unters Publikum.

Mit dem Auftritt der Elbin Emma begann ein reichlich verwirrendes Frage
und Antwortspiel um den Verbleib des ersten Buches nach dem sie auf der
Suche ist. Zu Anfang hiess es, dass es in der Schlossbibliothek sei, dann aber wieder
nein nicht in DER sondern in einer anderen.
' In der Schulbibliothek ? ' fragte der Prinz dann und suchte Augenkontakt mit der Lehrerin
Matisha um eventuell eine Bestätigung zu erhalten. Diese aber schien genau so ratlos.

Nein ! gegenüber in der Bibliothek aber der Standort sei verlegt worden, hiess es dann.
Luba die Leuchtturmexpertin sprang ein, eilte vors Podest und baute umständlich
eine Tafel auf mit einem mysteriösen Lageplan darauf.

Die Erklärungsversuche führten aber nach einigem hin und her doch nicht weiter.
Der Prinz verlor langsam die Geduld machte einen Vorschlag wie die Suche nun
weitergeführt werden kann und begann dann ungeduldig mit der Hand zu wedeln.

" So nun reichts erst mal , bitte alles abbauen, es gibt noch andere Meldungen und die
möchten wir gerne noch HEUTE hören. "

Was nun folgte war ' Situationskomik ' pur und nur zu erklären durch einen Darstellungsfehler
von Luba beim ' Emoten '. Sie hatte nämlich geschrieben dass sie beim Abbau der Tafel
zusammengebrochen sei. Alle schauten ensetzt und besorgt nach vorne und sofort eilte
der Medicus Sir Gorm zu ihr um ' Erste Hilfe ' zu leisten.

Luba schrieb daraufhin OOC (( Nein , sorry , ich wollte schreiben die Tafel ist zusammengebrochen.))
Nun brach ein vielstimmiges OOC Gelächter aus im Chat mit vielen (( lol s )) und eine
flehentliche Regieanweisung vom Prinz :
(( Nun leg dich schon hin und lass dich beatmen, der Medicus will auch mal in den Einsatz! ))

Ernsthaft gings dann weiter und der Magier Elyon erschien vorm Podest. Er gab ein längeres
Statement ab dem der Prinz nur mühsam folgen konnte und erst bei längerem Nachdenken
zu der Einsicht kam, dass es sich um eine Loyalitätsbekundung gegenüber dem Königshaus
von Carima handelte. Erleichtert und erfreut dankte er dem Magier um aber kurz darauf
beinah in Ohnmacht zu fallen.

War das nicht Primus der da gerade im Türrahmen erschien ?

Und tatsächlich es war Primus, frisch im Hafen angelandet und sofort hochgeeilt
ins Schloss um allen Anwesenden zu verkünden, dass es der Herzogin gut gehe und
sie alle Carimaner grüssen möchte.

Die Audienz behält ihren Kultstatus. Mit einem Augenzwinkern und der Hoffnung,
dass die Herzogin bei der nächsten wieder anwesend sein kann, grüsse ich alle Leser ;)


Lennard Monday


Donnerstag, 25. Januar 2018

Zweiter Spaziergang mit Monsieur Paul


Headset auf und einen Vortrag von Jochen Kirchhoff aufs Ohr,
damit das unbewusste Denken abgelenkt wird.

Die Augen bleiben auf und los gehts zum 2ten imaginären Spaziergang
mit Monsieur Paul Cezanne.

Eine meiner brennensten Fragen die mir auf dem Herzen liegen, stelle
ich aber erst nachdem wir schon eine zeitlang gegangen sind und uns
über die Tonwerte von Farben unterhielten.

Auf vielen seiner Bilder sind freie und offene Stellen zu sehen
und er auf die Frage, warum das so sei geantwortet hätte,
dass er nicht wusste welche Farbe dort hin sollte.

Kann es sein, dass ihr ein starkes körperliches Unbehagen verspürtet an diese
Stellen irgendetwas unbestimmtes hinzusetzen, nur damit es beim Betrachter
als fertiges Bild gilt ?

Er schaut mich lächelnd an nickt und bestätigt, dass es genau so ist.

Mit einem grossen innerlichen Jubel, bedanke ich mich bei ihm und sage, dass
mir diese Antwort eine Bestätung sei auf dem richtigen Weg mit meiner Malerei
zu sein.

Eigentlich wollte ich nun sofort wieder zurück aber das wäre unhöflich gewesen.
Ich erzähle ihm noch, dass es im 20ten Jahrhundert 2 Maler gegeben hat die
auf Grund seiner Malerei eine Richtung entwickelt hatten, die von den Kunstkritikern
als ' Kubismus ' benannt wurde.

Und wieder lächelte  er mir zu.

herzliche  Grüsse und  ein Augenzwinkern

Lennard Monday 

Dienstag, 23. Januar 2018

Jas de Bouffan


In meinem anderen Blog ' Lemondhouse Cafe ' habe ich einen Artikel
geschrieben über meine Malerei und die Experimente die ich damit
verbinde.

Hier ist nun das erste Blatt, das ich nach den neuen Regeln malte die ich mir ausgedacht hatte. .;)

Ich schloss also die Augen und stellte mir vor, dass ich Paul Cezanne besuche
in seinem Landsitz ' Jas de Bouffan '.
Wir machen einen Spaziergang zusammen durch den Garten des Anwesens und
unterhalten uns natürlich über Malerei.
Ich erzähle ihm, dass sich mir vor langen Jahren beim Betrachten eines seiner Bilder
ein Gedanke aufdrängte der nicht weg ging und immer lauter wurde.

' Dieser Maler hat der Natur das Rückgrat gebrochen ' !

Cezanne erschrak und sagte, das ist unmöglich meine Malmethode war nie gewalttätig.
Ich nickte und stimmte ihm zu. Erzählte ihm dann weiter, dass mir das mittlerweile
auch klar ist, dass dieser Gedanke mit einem anderen Maler verbunden werden muss.

Und zwar mit einem Maler der ihn , Paul Cezanne, als einzigen und wahren Meister
betrachtete und selbst im 21. Jahrhundert noch unvergessen und dominant die Malerei
beherrscht. Pablo Picasso ist sein Name, aber den könnt ihr nicht kennen, versichere
ich ihm.

Paul Cezanne fand das sehr spannend und wollte mich zum Abendessen einladen,
aber ich musste bedauernd ablehnen. Der Spaziergang hatte über 3 Stunden gedauert
und ich musste dringend zurück. Ich bedankte mich bei Paul Cezanne und sagte dass ich hoffe bald
wieder bei ihm verweilen zu können, da ich noch viel von ihm lernen möchte.

Das Bild das ich während dieser Zeit malte war nämlich fertig geworden. ;)

 Das war nun also die Wirklichkeit, die Subjektive und Erträumte.

Und nun die Wahrheit. ;)

Bereits nach den ersten 5 Minuten,in denen ich mein neues Konzept
und die Regeln für den Malprozess anwenden wollte, wurde mir sofort klar.

Nein ! so geht das erst recht nicht. :)
Also Augen wieder auf, Licht an.
Headset auf und meine Lieblingsmusic ' Smooth Saxophone Jazz- relaxing
chillout Music ' eingespielt.

Und ganz langsam weitergemalt, nur eine Regel beachtet und versucht
mir immer wieder einzuhämmern.

Hör auf zu denken ! ;)


herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday 

Montag, 22. Januar 2018

Audienzbericht vom 21.01.2018


Ein schwebender Zauberstein und eine Machtdemonstration um die
Umgangsformalitäten beim Zusammentreffen von götterähnlichen Fabelwesen
mit den irdischen Vertretern des Königshauses von Carima, bildeten den
Hauptteil der Audienz.

Aber der Reihe nach.

Der Auftritt der pfiffigen Waldhüterin, wie immmer gleich zu Beginn.
Pfiffig deswegen, weil sie begann mit einer belanglosen Bemerkung über
Hasen und dem Hinweis, dass es doch bald Ostern wäre, sie dann allerdings
nachschob, dass sie immer noch auf die Bezahlung ihrer letzten
Lieferung von Wildschweinfleisch für die königliche Küche warte und sie
selber deswegen Hunger leiden müsse.

Prinz Lennard nahm die Geschichte mit den Hasen gelassen zur Kenntnis,
wies aber sofort darauf hin, dass der Schnee noch gut 3 Ellen hoch liege
und dies ein Zeichen sei, dass Ostern noch weit entfernt.
Was die Bezahlung für die Wildschweine betraf, musste er die mitleidheischend
dreinschauende Jungfer vertrösten.
Der königliche Kassenverwalter Primus ist ja leider mit der Herzogin auf Reisen.
Allerdings war der Prinz von dem erbarmungswürdigen Blick der Jungfer so sehr
am Herzen berührt, dass er ihr schnell versichterte , er werde in der Schlossküche
sofort Anweisung geben ihr täglich eine warme Mahlzeit zu kommen zu lassen.

Sir John Blacky ein König.

Ein König des flegelhaften, respektlosen und infantilen
Benehmens war der nächste vorm Podest. Rabaukenhaft trat er nach vorne und warf,
nach einem schlampig angedeuteten Gruss mit der Bemerkung, dass er die Steuern
für das Kontor zahle, einen Lederbeutel mit Münzen vor die Füsse des Prinzen.

Dieser hatte wegen der Dreistigkeit tatsächlich einen kurzen ' Black out ',
fing sich aber schnell und kickte den Beutel zurück.

Die Stadtkommandantin Anna , mit sicherem Jagdinstinkt für die Flugbahn des Beutels,
machte einen flinken Schritt nach vorne, fing ihn auf und verwahrte ihn sofort unter ihrem Umhang.

Sie nahm damit erst mal dem sich anbahnnenden Konflikt, zweier testosterongesteuerter männlichen
Stammhirne, die Energie und bewies grosses, weiblich, diplomatisches Geschick.
Das Anliegen von Blacky, die Frage nämlich, wann er denn das Holz schlagen könne das er benötige,
winkte der Prinz sofort weiter.
Wendet euch an die Waldhüterin, sie wird euch ein angemessenes Quantum zuteilen
und jetzt dürft ihr wieder zurücktreten.

Die ganz grosse Oper,
schien es zu werden als die Elbin Emma ihren Auftritt hatte.
Ein extra aufgebautes Rednerpult, flankiert von 2 Flammenschalen und einem frei schwebenden
Zauberstein, war ihre Bühne.
Ihr Vortrag allerdings war langatmig, verwirrend und enthielt eine Anschuldigung über das Menschengeschlecht als Ganzes. Ein verschwundenes, angeblich geklautes Buch das sie nun zurückhaben wolle war dann die Essenz ihrer Botschaft. Sie forderte den Medikus Sir Gorm und weitere Helfer für ihr Vorhaben.

Prinzessin Sharmila lies daraufhin ihrem angestauten Zorn, wegen der auch hier verweigerten höflichen Formalitäten gegenüber dem Königshaus, freien Lauf, verweigerte ihr den Medicus und beorderte sie nach vorne um ihrKnie zu beugen. Prinz Lennard schritt ein mit der Bemerkung, dass hier niemand gebrochen werden solle und beendete die Audienz kurzerhand, da die zehnte Stunde schon weit überschritten war.

Das Thema Umgangsformen wird ganz sicher bei der nächsten Audienz einen hohen Rang belegen. ;)

herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern.

Lennard Monday





Freitag, 19. Januar 2018

Der Tee des ersten Caramel


Die Händlerin erschrickt für einen kurzen Moment und richtet sich dann auf.

" Oh Prinz Lennard, welche Ehre."

" Seid gegrüsst Händlerin  . " erwidert dieser und macht einige
Schritte weiter bis zur Mitte des Kontors.
Er schaut neugierig auf die Säcke, die an die Wand gelehnt stehen
und an denen sich die Händlerin zu schaffen macht.

" Was habt ihr denn da Schönes ? "

Sie winkt schnell ab und meint schnippisch :

" Seid nicht so naseweiss, mein Prinzlein.  "

Lennard schaut etwas säuerlich :

" Ich bin nicht euer Prinzlein ....
ich bin treusorgender Familienvater und Vertreter der Regentin
des Königstuhls von Carima. Also bitte ... etwas mehr Respekt."

Die Händlerin kichert, geht zum Kamin wo ein Kessel mit kochendem Wasser
hängt und hantiert geschäftigt daran herum.

" Seid nicht so empfindlich, setzt euch lieber und ich werde euch erzählen was
es mit meiner neuesten Handelsware auf sich hat. "

Sie geht wieder zu den Säcken nimmt mit einem Scheffel eine kleine Menge
eines grünlich schimmernden Granulats heraus und eilt damit zur Anrichte.

 " Ausserdem..." fährt sie kichernd fort,

" .. man sieht es euch doch an , wie sehr ihr es geniesst bei der Audienz, wenn die
Ladies vorsprechen und dabei unverhohlen mit euch flirten. "

Diesmal ist es der Prinz der mürrisch abwinkt als ob ihm etwas peinlich wär.

" Ich weiss schon was ihr andeutet.... diese Waldhüterin.... jedesmal erscheint sie
seit Neuestem, aufgetakelt wie eine Kriegsfregatte zur Audienz und verströmt einen
infernalischen Duft. "

Die Händlerin lacht beinah schallend auf, macht aber behend und flink weiter mit ihrer Arbeit.
Setzt ein Sieb auf eine Teekanne, füllt das Granulat hinein und übergiesst es mit kochendem
Wasser. Setzt anschliessend einen Deckel drauf und legt ein Handtuch darüber.

" ... der muss jetzt etwas ziehen " grummelt sie, eilt zu dem Tisch an dem der Prinz Platz genommen hat und schaut ihn an.

" Ihr wisst doch sicher noch , dass ich eine Handelsexpedition in die Wüste gemacht habe. "
zeigt dabei auf die Säcke ,
" .. und das hier habe ich mitgebracht,
den Tee des Ersten Caramel ! "

Der Prinz schaut verblüfft und stutzt.

"Der Tee des ersten Caramel ... was soll das sein ?
ein Tee aus Caramel gemacht ?"

Und wieder lacht die Händlerin fast schallend laut.

" Wartet ab mein Prinz .... ihr müsst ihn unbedingt probieren. "

Sie geht wieder zur Anrichte, nimmt das Handtuch weg, hält das Sieb über eine dünnwandige,
fein bemalte Tasse  und giesst ein. Plappert dabei nun munter drauf los.

" Der erste Caramel, ist die Bezeichnung für den Inhaber des Königsthrons,
eines zauber- und märchenhaften Reichs.
Ich habe diese Säcke erworben von einem asiatischen Händler,
der gerade mit einer Karawane aus der Wüste kam und seine Waren auf dem Marktplatz des Handelsortes aufbaute.
Dieser gab mir sehr genau Auskunft woher der Tee stammt und warum er diesen Namen hat.
Und jetzt kommt das Beste."

Sie stellt sich kerzengerade, triumphierend hin.

" Ich habe einen Handelskontrakt geschlossen und mit meiner Unterschrift besiegelt und bezahlt ! "

Der Prinz kann kaum glauben was er da gerade hört und ist erst mal sprachlos.
Fängt sich aber schnell wieder sagt dann leise, kopfschüttelnd :

" Händlerin .... ich glaube ... ihr hattet einen Sonnenstich, habt eine Fata Morgana gesehen..
und habt einen Pakt mit dem Satan geschlossen. "

" Paah ! " erwidert die Händlerin, gespielt entrüstet, zeigt abermals auf die Säcke.
" Und was glaubt ihr was das ist hier ? sind das etwa Luftschlösser ? "

Sie nimmt die Tasse, eilt schnell an den Tisch und  stellt sie ab.                 

" Nun probiert schon ! ... ich versprech euch nicht zuviel, so etwas habt ihr noch nie
getrunken. "

Etwas zögerlich aber dennoch neugierig, nimmt Lennard die Tasse hoch, schnuppert prüfend daran
und beginnt schlürfend mit den ersten Schlucken.

" Nun ja ... " Lennard nimmt noch einige Schluck , schmeckt und prüft, stellt dann die Tasse wieder ab und fragt misstrauisch .

" Ihr sagt einen Handelskontrakt habt ihr geschlossen. Was soll denn euere Gegenleistung sein dabei ?
Mit was wollt ihr letztendlich bezahlen ? "

Die Händlerin wird ein wenig verlegen, schaut kurz zur Seite aber antwortet dann schnell :

" Mit Holz ! .... Holz aus den Wäldern Carimas. "

Den Prinzen reisst es fast vom Stuhl.

" Holz aus Carima ???... seid ihr von Sinnen .. ? "

Aber er bricht unvermittelt ab, fasst sich an den Bauch spürt wie dort eine ungewöhnliche Hitze
sich schnell ausbreitet. Er merkt noch wie der Muskeltonus seines gesamten Körpers plötzlich absackt.
Wie durch eine Nebelwand hört er  die Stimme der Händlerin und ihr schallendes Lachen bevor er über dem Tisch zusammenbricht.

" Schlaft gut mein Prinz ! ... schlaft gut ! "

*************

Wir sehen uns beim RP in Carima,
herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday

Montag, 15. Januar 2018

Erster Audienzbericht im neuen Jahr


Eine merk und denkwürdige Audienz nach der Winterpause.

Da die Wortmeldung der Waldhüterin Jungfer Blue überraschend
mit der Bemerkung endete, dass sie eigentlich nichts zu melden hätte,
kam der Verdacht auf, dass sie nur vors Podest kam um ihr neues
Duftwasser zu präsentieren.

'Explosion ' soll die Kreation angeblich heissen, die sie von einem,
der Öffentlichkeit bisher verborgenen, Parfumier erhielt.
Prinz Lennard aber schien unbeeindruckt und zückte noch nicht einmal
sein Nasentüchlein.
Die einzige die kurz vor einer Explosion stand war Sharmila, die Gemahlin des Prinzen
die schon seit einiger Zeit den Verdacht hegt, dass die Jungfer mit
ihren duftenden Auftritten den Prinzen becircen will.

Den grössten Anteil der verbleibenden Audienzzeit belegte die Elfin, oder
besser gesagt die ' Elbin ' Emma.
Sie präsentierte ein merkwürdiges Buch und machte auch einige seltsame Andeutungen
über den  'Vorhang des Vergessens '.
Die Herzogin schien zu verstehen aber der Prinz war offensichtlich doch überfordert
den Ausführungen der ' Elbe ' zu folgen und bekam Schweissausbrüche.

Es scheint auf jeden Fall so zu sein, dass dieses Buch und auch noch eine Reihe
anderer Bücher die angeblich verschollen seien, das RP in Carima noch eine ganze
Weile beschäftigen wird.

Warum der Prinz am Ende der Audienz freudig vom Podest hüpfte und sich in einem
überschwenglichen Gefühlsausbruch bei der sichtlich irritierten Stadtkommandantin Anna
mit einem Kuss bedankte, wird wohl vorerst sein Geheimnis bleiben.

Aber anscheinend freut er sich schon, da er die nächsten beiden Audienzen,
wegen Abwesenheit der Herzogin, leiten darf.


herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday

Freitag, 12. Januar 2018

Kreativität



Ein Mann hatte die Absicht in den prüden 1960er Jahren in Bielefeld ein Bordell zu eröffnen.

Die passenden Damen und ein Gebäude, mit dem er sein Vorhaben verwirklichen konnte, hatte er bereits gefunden.
Nun ging es darum einen werbewirksamen Namen zu finden der unmissverständlich ist, aber auch berücksichtigt den öffentlich rechtlichen Zeitgeschmack nicht zu verletzen.
Er ging mit seinem Problem zu Charles Wilp, einem der führenden Werbefachleute dieser Zeit.
Dieser nahm den Auftrag an und begab sich mit Papier und Bleistift bewaffnet in seinen Kreativ Raum.
Nach gut einer Woche hatte er die Idee gefunden und von seiner Grafikabteilung eine Präsentation erstellen lassen.
Damit ging er zu dem Kunden und baute die Tafel vor ihm auf.
Darauf zu sehen war die Frontansicht des Gebäudes auf der mit gebogenen rosafarbenen Neonröhren eine Zeichnung angebracht war die sich über die ganze Gebäudeansicht verteilte.

Es zeigte die Konturen einer stilistisch vereinfachten und niedlich anzuschauenden Dampflokomotive
aus deren Schornstein drei putzige Wölkchen quollen.
In jedem der Wölkchen stand deutlich lesbar das Wort :

Puff .... Puff ... Puff  !!! 

herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday

P.S.: Als Nachricht für meine RP- Kollegen in Carima Metropolis.
Nachdem ich mich in den Weihnachtsfereien mit Festagsbraten und Süssigkeiten überfressen hatte, quälte ich mich gut 14 Tage lang mit Übelkeit und Magenkrämpfen zuhause herum und ging kaum online. Dieser Zustand und auch das beginnende neue Jahr liesen mich dann den Entschluss fassen meine Ernährung umzustellen und soweit als möglich 'vegan' zu leben.
Seit 2 Tagen nun verspüre ich eine deutliche Verbesserung meiner Befindlichkeit und habe die Hoffnung am Sonntag Abend wieder an der Audienz teilnehmen zu können. ;)