Sonntag, 24. Juni 2018

Audienzbericht 24.06.2018


' Amselbulle '. Diese Wortschöpfung, welche ein Fabelwesen aus Vogel und Rindvieh bezeichnet, stammt aus dem Roman ' Schloss Gripsholm ' von Kurt Tucholsky und kommt mir meist in den Sinn wenn ich mit meinem Avatar die SIM von  'Carima Queensland ' ansteuere. Erzählt wird in dem Roman die heiter melancholische Geschichte eines Sommerurlaubs in Schweden.

Es ist sicher der Anblick des Schlosses von 'Carima Queensland' der mich an diese Geschichte erinnert und eine gewisse Heiterkeit auslöst. Die SIM und die Architektur des Schlosses, von der Baumeisterin Delphi Bernard ganz wunderbar gestaltet, möchte ich in meinen Beschreibungen der Provinzen Carimas hier nur kurz andeuten, jedoch allen Lesern zu einem Besuch empfehlen. Die Innenräume des Schlosses dienen derzeit als Museum und eignen sich sehr gut für Ausstellungen und Präsentationen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Lokalität besonders geeignet ist für den Empfang einer Handelsdelegation und die Atmosphäre sich bestimmt positiv auswirken wird auf die Gespräche die dann statt finden.
Zu dem Zeitpunkt da ich diesen Vorbericht verfasse ist es Samstag 23.06.2018 , 9:59 Uhr Vormittag und ich kann noch nicht wissen wie das Ergebnis des Spiels Deutschland -Schweden sein wird und welche Auswirkungen es auf die Stimmung in der sonntäglichen Audienz hat. ;)

Aber wie schon einst der 'Fussball Kaiser Franz' so treffend sagte:

' Schau mer mal '. ;))
Zur Audienz 

Um es gleich vorwegzunehmen, die Stimmung war gut bei der Audienz, nicht nur wegen dem Sieg der ' teutonischen Mannschaft ' vom Vortag. ;)

Die kleine Leonie machte als Vertreterin von Lady Anna eine gute Figur und setze sich gleich lautstark in Szene bei den Aufrufen.
Jedoch kam auch sie nicht umhin zu verkünden, dass Lady Blue wieder mal die Erste war.
Und die hatte wieder reichlich Räucherfisch dabei heute, von denen der Prinz abermals einen abbekam und der sichtlich gerührte Sir Primus, gleich einen ganzen Korb voll davon. Er scheint momentan ihr Favorit zu sein in der Flirt - Hitparade. ;)

Sir John Blacky war der nächste vorm Podest. Prinz Lennard ahnte schon auf was der hinaus wollte heute, ermahnte ihn, dass er bedenken solle immer nur eine Angelegenheit vorzutragen und nicht eine ganze Reihe von angestauten Anliegen. Und er hatte richtig gelegen, dass dieser nicht die Sache mit dem Holz ansprechen würde sondern die Angelegenheit mit der Schatztruhe und dass dabei Sir Primus eventuell ganz schön in Verlegenheit kommen könnte.


Wieder führte Sir Blacky die Begebenheit im Hafen an, wo Primus angeblich gut gelaunt Getränke spendiert hätte und anschliessend mit Münzen bezahlt hätte die aus der Schatztruhe stammen und an einem Prägezeichen das zum Wappen seiner Familie gehörte zu erkennen seien.
Die Herzogin, Sir Primus und der Prinz mussten nun taktieren und antworteten abwechselnd auf seine Argumente. Jedoch den endgültigen Beweis für seine Unterstellungen konnte Blacky nicht liefern. Also wurde er dazu aufgefordert nochmals Dokumente  oder Urkunden vorzulegen die seine Besitzansprüche dokumentierten. Es wurde ihm zugesagt das Königshaus werde diese dann genaustens nachprüfen unter zu Hilfenahme von Sachverständigen aber auch der ortsansässigen Lehrerin, die ihre Kompetenz schon in den verschiedensten Disziplinen unter Beweis gestellt hatte.

Den Paukenschlag des Abends jedoch lieferte Luba und der war so heftig, dass der Prinz sich setzen musste, von einem zum anderen schaute, sich ernsthaft fragend dabei, ob er das träumte was er gerade erlebte.


 Luba präsentierte ein Schild auf dem der Name der Herzogin prangte und verkündete stolz, dass dieses Schild auf der 'Insel der brennenden Steine' aufgestellt werde damit jederman sehen könne wer Eigentümer der Insel sei und wessen Namen das Eiland von nun an tragen solle, auf Seekarten auch dokumentarisch festgehalten würde und als Geschenk sozusagen von ihr an die Herzogin hiermit überreicht werde.
Die Herzogin war natürlich aufs Höchste begeistert und erfreut über diese Wendung in der Angelegenheit : ' Handelsgut - Brennende - Steine '. Sogleich versprach sie den beiden Geschäftsfrauen eine Belohnung.
Prinz Lennard, immer noch sitzend grummelte nur noch vor sich hin : " ... das ist das klügste, cleverste und taktisch ausgefeilteste Verhalten, das ich jemals erlebt habe bei einer Audienz. "

Er erhob sich jedoch alsbald wieder, denn der nächste Auftritt des Abends gehörte dem Magier. Der präsentierte ein Gerät das man so noch nie gesehen hatte.


Eine Rattenfalle in Form einer Vase mit einem Kippmechanismus. Geschickt erklärte und demonstrierte er die Funktion seines Wunderwerks, wies bescheiden daraufhin, dass er diesen Einfall hatte und man nun hoffen könne bald ein rattenfreies Königsreich zu haben. Ganz sicher sei seine Erfindung auch in die Handelspalette der carimanischen Güter aufzunehmen und bestimmt werde es ein Exportschlager werden, fügte er noch hinzu. Einen Grund sich wieder hinzusetzen und nur noch mit starkem Würgereiz und Magengrummeln den Rest der Audienz über sich ergehen zu lassen, gabs für den Prinzen als er hörte wie der Magier die Herzogin bat, die Ratten die ab nun gefangen würden, bitte noch lebend ihm zu übergeben. Denn er, der Magier hätte eine gewisse Vorliebe für das Fleisch dieser Tiere und eine ganze Variation von aussergewöhnlich raffinierten Rezepten für deren Zubereitung.

Sir Gorm war der letzte vorm Podest an diesem Abend. Durch seinen Schleier von Übelkeit und Unwohlsein bekam der Prinz aber noch mit, dass Sir Primus diesem den ganzen Korb mit den Räucherfischen übergab, packte die Gelegenheit beim Schopf, kramte schnell sein Geschenk der Jungfer unter dem Thronsessel hervor und übergab es mit den Worten : "Ja bitte Sir nehmt dieses hier dazu, was immer ihr auch damit tun wollt."

Die Herzogin beendete die Audienz, die sich nun schon bis in die elfte Stunde des Abends gezogen hatte und bedankte sich bei allen Teilnehmern.

herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday


P.S.: Bin mir gerade nicht mehr ganz sicher, ob ich den Sachverhalt mit der Namensgebung für die Insel richtig wieder gegeben habe, da ich ab und zu während der Audienz auf das laufende WM Spiel geschaut habe.  Falls einer der Teilnehmer das anders gesehen hat, bitte ich um eine Gegendarstellung hier in den Kommentaren. ;))



Sonntag, 17. Juni 2018

Audienzbericht 17.06.2018


' Carima Woods ' eine der Idyllen im Königreich. Aber wie alle Idyllen immer auch sehr trügerisch sein können und noch ganz andere Aspekte aufweisen, erfuhr Prinz Lennard beim inoffiziellen Besuch eines Bauernhofes in dem bergigen Land.
Er verbrachte einen ganzen Nachmittag bis in die späten Abendstunden bei dem jungen Ehepaar welches den Hof bewirtschaftet. Da sie ihn nicht erkannten, weil er seine Reisen durch die Provinzen Carimas in normaler, unauffälliger Kleidung durchführte, waren sie sehr misstrauisch und zurückhaltend ihm gegenüber. Ob sie dieses Verhalten abgelegt hätten wenn sie gewusst hätten welche Funktion er am Königshof hat, bleibt jedoch auch fraglich. ;)
Also beschloss der Prinz einige Zeit hier zu verbringen, packte sogar bei den Arbeitsverrichtungen mit zu und versuchte möglichst volksnah und unkompliziert im Gespräch mit den beiden zu bleiben.
Allerdings immer seine Absicht im Sinn behaltend, soviel als möglich über Land und Leute in Erfahrung zu bringen und nach eventuell, unbeachteten, unentdeckten Schätzen zu forschen.
Ganz langsam gewannen die beiden etwas Vertrauen und luden ihn sogar zum Abendessen ein.
Als der Bauer nach dem Mahl noch einmal vors Haus ging um nach dem Vieh zu schauen da es ziemlich unruhig zu sein schien, beugte sich die Frau über den Tisch, packte den Prinzen beim Unterarm, schaute ihn eindringlich an und flüsterte :


" Sir , wir werden bedroht und erpresst ! "
Sie schaute dann prüfend zur Tür um sich zu vergewissern , dass ihr Mann noch immer draussen bei den Tieren war und fuhr dann mit schnellen Worten fort um zu erklären.

" Mein Mann hatte das hier in den Bergen gefunden."
Sie fasste in die Tasche unter ihrer Schürze, zog einen blau-grün schimmernden, daumennagelgrossen Kristall hervor und hielt ihn dem Prinzen vor die Nase.

" Er wollte mir eine Freude machen, fasste es in Silberdraht, so dass ich es als Halsschmuck tragen konnte, wenn wir zum grossen Bauernmarkt nach 'Carima Castle' gingen."

Sie brach abrupt ab, da sie bemerkte dass ihr Mann zurück kam, steckte den Kristall schnell weg und hielt den Zeigefinger vor die Lippen, als Aufforderung zum Schweigen.

" Es scheint, dass Wölfe sich draussen herumtreiben. "
,sagte der Bauer grimmig als er wieder den Raum betrat.
" Da ihr ja offenbar zu Fuss angereist seid , würde ich euch empfehlen hier zu übernachten und erst morgen bei Tageslicht euere Wanderung fort zu setzen."

An seine Frau gerichtet dann.
" Er kann in der Kammer neben dem Räucherofen schlafen. "

Prinz Lennard bedankte sich und sagte zu. Die drei sassen anschliessend noch eine Weile in der Küche beisammen, aber es gab keine Gelegenheit mehr alleine mit der Frau zu sprechen. Die Nacht verlief unerwartet ruhig und Lennard reiste am nächsten Tag weiter. Ganz kurz nur konnte er noch mit der Frau ein paar Worte wechseln und ihr zusichern, dass er zurück kommen werde, die ganze Geschichte erfahren wolle und auch versprach er den beiden zu helfen.

Zur Audienz 

Entgegen allen Erwartungen war es die best besuchte Audienz seit langem. Vielleicht war es auch  die Nachricht von der Niederlage der ' teutonischen Mannschaft ' beim grossen Turnier, welche die Leute aufbrechen lies um Ablenkung zu suchen und deshalb fanden sich so viele im Thronsaal ein ;))
Von den imposantesten Erscheinungen der Teilnehmer fertigte der Hofmaler schnell einige Skizzen an um sie zu dokumentieren.




Ganz sicher aber trug die Ankündigung, dass die Herzogin und überraschender Weise auch Sir Primus zugegen sein würden, dazu bei den Saal zu füllen.
Bei den Themen gabs jedoch noch nichts umwerfend Neues. Prinz Lennard war zunächst mal froh, dass er heute bei der Erstansprache der Herzogin den Vortritt überlassen durfte und flüsterte ihr noch schnell zu :
" Ich bin überzeugt dass die Jungfer euch heute einen ihrer köstlichen Räucherfische überreichen wird ... als Willkommensgeschenk sozusagen. "
Sprachs und schaute schnell zur Seite damit sein breites, feixendes Grinsen nicht gesehen wurde.
Aber der Prinz hatte sich getäuscht. Die Jungfer begann zu erzählen, dass sie heute eigentlich ein Bärenfell hatte mitbringen wollen, jedoch das Tier sei zu schnell gewesen oder es hatte den Plan durchschaut , dass man ihm das Fell abziehen wolle und hatte sich ganz einfach aber unauffindbar versteckt. Sie flirtete dabei ganz ungeniert mit Sir Primus, blinzelte ihm ständig zu , forderte ihn sogar auf sie bei der Bärenjagd zu begleiten, während sie ihr Angebot noch körpersprachlich mit seltsamen Hüftbewegungen untermalte.
Sie besann sich aber schnell wieder weil sie bemerkte dass sie ja gerade im Focus aller Anwesenden stand, richtete sich wieder zur Herzogin und fuhr fort :
" Achja .... wegen der Rattenplage ... die ja noch immer nicht ganz eingedämmt wurde ... ich hätte da noch einen Vorschlag zu machen.
Schlangen !!! "
Spätestens jetzt verstummte auch das letzte Gemurmel und Getuschel im Saal und die Jungfer hatte die volle Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen.
Die Herzogin reagierte als Erste.
" Das kommt überhaupt nicht in Frage, dass wir hier Ratten mit Schlangen bekämpfen !! was denkt ihr euch Jungfer ? !!!
Kleinlaut und sichtlich beleidigt wegen der Ablehnung ihrer genialen Idee murmelte diese nur :
" Ich wollt ja nur .... helfen ... aber ... nun das wars eigentlich schon , kann ich wieder zurücktreten ? "

Prinz Lennard  meldete sich schnell noch zu Wort und sagte, dass er Schlangenleder eigentlich ganz interressant fände und vielleicht hätte die Jungfer ja einen kreativen Vorschlag was man damit anfangen könne und irgendwas draus machen um es für den Handel zu verwenden.
Die Jungfer war aber zunächst ganz froh, dass sie wieder auf ihren Platz konnte, da sie schon mitbekommen hatte, dass Luba ihre Geschäftspartnerin eingetroffen war und jetzt ihren erwarteten Auftritt hatte wegen der Sache die den beiden in erster Linie auf dem Herzen brannte. Die immer noch brennenden Steine nämlich. ;)
Luba hatte ja bei der letzten Audienz vom Prinzen den Auftrag erhalten, nochmals eine Karte anzufertigen die gut leserlich und verständlich war um sie der Herzogin zu präsentieren.
Den ganzen wortreichen, witzigen Vortrag und die Diskussion die sich dabei entwickelte erspart sich der Autor hier im Detail nochmal wieder zu geben. Bemerkenswert allerdings, die Zeichnung eines Seemonsters, das auf der präsentierten Landkarte zu sehen war und das den seltsamen Namen  ' Milashari ' trug. Bei einigen der Anwesenden führte dies zu erheblichen Irritationen, bei anderen jedoch zu offensichtlichen Erheiterungen.
Die Herzogin erkannte jedenfalls, dass aus diesem Lageplan ersichtlich wurde, dass der Fundort der Steine nicht zum Hoheitsgebiet des Königsreichs gehörte und äusserte Prinz Lennhard gegenüber, man müsse wohl ernsthaft darüber nachdenken das Gebiet zu besetzen.
Das war für diesen das Signal die Herzogin ums Wort zu bitten und das Resultat seiner nächtlichen Grübeleien, bezüglich der Erneuerung und Belebung des Handels in Carima. nun zu verkünden.
In einer bemüht mitreissenden Ansprache mit wohlgesetzten Pausen erklärte er nun. was er sich so vorstellte, das man gebrauchen könnte um es im Handel einzusetzen.
In der Hoffnung, dass seine Vorschläge als brauchbare Anregungen verstanden wurden, bedankte er sich bei allen Teilnehmern für ihre Aufmerksamkeit, trat wieder zurück in die zweite Reihe und überlies der Herzogin das Ende dieser überraschend gut besuchten Audienz einzuleiten.


herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday


Donnerstag, 14. Juni 2018

Extrablatt


Bis tief in die Nacht sitzt Prinz Lennard am Schreibtisch der Herzogin im Kaminzimmer, macht sich Notizen und Gedanken. Er bedauert, dass Sir Primus nicht anwesend sein kann, um mit ihm einen Dialog zu führen und sie sich gegenseitig Stichworte geben können für die Themen die zur Zeit aktuell sind im Konigreich.

Er erhebt sich, verschränkt die Arme hinterm Rücken, schreitet im Zimmer auf und ab, beginnt dabei laut seine Gedanken zu formulieren.

" Also diese brennden Steine .... die nerven mich langsam, besonders diese Unklarheit woher sie überhaupt kommen und welche Konsequenzen das mit sich bringt."

Er macht vorm Kamin halt, schaut in die Flammen und fährt fort.

" Wenn Carima Kontakt aufnehmen will mit einem anderen Reich um den Handel und das Geschäftsleben zu erneuern, dann brauchen wir mehr als nur diese vermaledeiten Steine. Ein breitgefächertes Angebot an Produkten, Handwerkskunst und Waren sind von Nöten damit wir uns nicht blamieren. "

Er geht dann weiter im Zimmer auf und ab, bleibt unvermittelt vor dem Bildnis stehen, auf dem eine leichtbekleidete Muse sich über einen ruhenden, müden Krieger beugt um ihn wach zu küssen. Der Prinz lässt seinen Blick über die weiblichen Rundungen schweifen und bekommt dabei eine zündende Idee.


" Wir müssen veranlassen, dass es einen Wettstreit gibt und eine Präsentation der besten Sachen die Carima vorzuweisen hat. Ich werde verkünden, dass mit Beginn der nächsten Audienz, jedermann und jede Frau, Gelegenheit bekommen, das was sie für würdig halten in die carimanische Handelspalette aufgenommen zu werden, vorzustellen und der kritischen Begutachtung der Allgemeinheit und des Königshauses auszusetzen."

Er eilt zum Schreibtisch zurück und beginnt mit der Feder eine Auflistung niederzuschreiben, die dann abgeschrieben, verteilt werden soll und an strategischen Punkten innerhalb des Reiches aushängt werden soll. Insbesondere denkt er dabei an den Vorposten der Zivilisation, die sagenumwobene Burg ' Carima Castle '.

Carima sucht !

Handwerker aus allen Gewerken.

Waffenschmiede, Möbeltischler, Edelsteinschleifer, Schneider und Schneiderinnen, Hübschlerinnen *¹ .......

Er stockt einen Moment als er das Wort vor sich auf dem Papier stehen sieht, streicht es sofort wieder durch und grummelt dabei :

" Um Himmels Willen, wenn das meine Gemahlin liest ..... dann wird sie zum gebenedeiten Messerchen greifen und ich kann zukünftig im Knabenchor mitsingen ! " ;)

Er fährt dann aber ernsthaft fort mit einer Reihe von Aufzählungen die er für angemessen hält.

" Jedoch ... wir müssen einen Anreiz schaffen um die Reaktion zu verstärken .... " , ruft er laut aus.
" Einen Preis ! ... ja genau ... einen Preis und Belohnung in Form von echten Goldstücken ! "
" Und ich weiss auch schon ... wie wir das finanzieren ! Kann es kaum erwarten, dass Primus zurück ist und ich mit ihm über diese ominöse Schatztruhe reden kann. "

Er ballt kurz die Faust, giesst sich einen Schluck des Kräuterelixiers ein , das ihm die Waldhüterin nach wie vor sehr diskret ins Schloss liefert und prostet dem imaginären Sir Primus zu, den er gerade vor seinem geistigen Auge sieht und der ihm augenzwinkernd zulächelt.


herzliche Grüsse an meine Leser

Lennard Monday


*¹  Hübschlerinnen ist die mittelalterliche Bezeichnung für die Damen des horizontalen Gewerbes dieser Zeit. ;)


Sonntag, 10. Juni 2018

Audienzbericht vom Zehnten, Sechsten, Zwanzigachtzehn.


Sein Weg auf Etappen und Inkognito durch die Provinzen Carimas, führte Prinz Lennard diesmal in den Randbezirk nach 'Carima Castle '. Einer düsteren , klobigen Burg die von einem See umgeben, hoch oben auf einem Felsmassiv thront. Nachdem bei der letzten Audienz so überraschend bekannt wurde, dass das neue Handelsgut der beiden angehenden Geschäftsfrauen, Jungfer Blue und Hafenwärterin Luba, überhaupt nicht aus Carima stamme und somit auch keinerlei Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Königshaus bestünden, hatte der Prinz ganz bewusst dieses Ziel gewählt um eventuell heraus zu finden ob die 'brennden Steine' etwa aus einer angrenzenden Provinz seien, die nicht unter der Regierungsmacht von Carima stand.
Da ' Carima Castle ' ein Grenzposten ist zu einer weitgehend unbekannten und unerschlossenen Wildnis, treibt sich dort im Innenbereich der Burg allerlei abenteuerlustiges Volk herum, dem man nicht unbedingt ansieht, mit welchen Absichten es hier angelandet ist.


Auf dem Marktplatz entdeckte er einen verwegen und kriegerisch aussehenden Mann, der in der Begleitung eines Wolfes war. Prinz Lennard sprach ihn an und versuchte ihn in ein ein Gespräch zu verwickeln, in der Erwartung so einiges in Erfahrung zu bringen was die Handelsware betraf. Aber der Mann war äusserst misstrauisch, sehr wortkarg und schien nicht bereit, dem für ihn fremden Herren, irgendwelche Auskünfte zu erteilen. Er lies sich auch nicht lange aufhalten, ging dann alsbald grusslos von dannen und verschwand in den verwinkelten Gassen des Burginnenhofs.

Der Prinz beschloss nicht in der Burg zu übernachten, sondern die beiden Handelsfauen bei der nächsten Audienz eindringlicher zu befragen. Ausserdem ging ihm auf der Heimreise ständig der Rat des Medicus durch den Kopf, der ihm beim letzten Stammtisch zugeflüssert hatte, man solle sich doch überlegen, falls die Handelsware aus einem angrenzenden Land stamme, diesen Bereich einfach zu occupieren, soll heissen im Handstreich zu besetzen und der Regierungsgewalt des Königshauses zu unterstellen. 

Zur Audienz 

Die Sache nimmt langsam Fahrt auf und es scheinen immer mehr Interessenten an der Audienz teilzunehmen. So jedenfalls der erste Eindruck des Prinzen als er den Saal betrat.
Gleich zu Beginn wandte er sich mit Grussworten der Herzogin ans Volk, welche ihn per Depesche erreicht hatten und die er gerne weiter gab.
Danach wars kaum zu vermeiden , dass die Jungfer und Waldhüterin ihren Anspruch, als Erste vorm Podest zu erscheinen durchsetzte und freudestrahlend, duftreich nach vorne kam. Abermals überreichte sie dem Prinzen einen ihrer zu Tode geräucherten Fische in der festen Überzeugung , dass sie ihm eine grosse Freude damit bescherte.;)

Der Prinz nahm dankend an, lies ihn aber schnell unter einem der Thronsessel verschwinden und wamdte sich mit ernstem Blick der Jungfer zu in der festen Absicht sie heute etwas eindringlicher zu befragen, wegen ihrer neuesten Handelsware. Die Jungfer kam sichtlich in Verlegenheit und konnte es kaum erwarten, dass Luba erschien um ihre Unterstützung zu fordern. Diese lies auch nicht allzulange auf sich warten und gleich als der Prinz sie im Saaleingang erblickte, hob er die Hand und winkte sie zu sich.
Sharmila, die Gemahlin des Prinzen stand ihm heute fest zur Seite, auch um zu demonstrieren, dass an den Schwangerschaftsgerüchten die in letzter Zeit kursierten, weil sie an den vergangenen Audienzen sets sitzend teilgenommen hatte, nichts dran war. Ein Trommelfeuer an kritischen Fragen prasselte nun auf die beiden Geschäftsfrauen hernieder, mit dem diese vermutlich überhaupt nicht gerechnet hatten. Luba schien als Erste wieder die Fasung zu gewinnen und begann umständlich, aber Zeit gewinnend eine Staffelei auf zu bauen um zu zeigen wo denn das Handelsgut der brennenden Steine her käme. Auch begann sie phantasie-, und wortreich eine Geschichte vorzutragen, die zuweilen sehr absurd und grotesk wirkte jedoch eindeutig das Ziel hatte zu erläutern, dass die Steine mit Carima und Besitzansprüchen des Königshauses nichts zu tun hatten.


Nach einer Weile hatte Prinz Lennard genug von dem mehr vertuschenden als erhellenden Vortrag der beiden und gab mit fester Stimme seinen Entschluss bekannt.

" Ladies ! ich beauftrage euch hiermit, bis zur nächsten Audienz an der die Herzogin wieder anwesend sein kann, einen exakten Lageplan in allgemein verständlicher Sprache und gut leserlichen Koordinaten anzufertigen und ihn hier erneut vor zu stellen. "

Er bedankte sich lies die beiden zurück treten und wandte sich an Lady Anna mit der Frage wer denn noch vorsprechen möchte, um mit der Audienz und eventuell anderen Anliegen fort zu fahren.

 " Lady Amelie Avedon , bitte nach vorne kommen. " , rief daraufhin Anna in den Saal.

Lady Amelie wartete aber noch einen Moment bis Luba ihre Präsentation abgebaut und den Platz geräumt hatte, trat dann selbstbewusst vors Podest und stellte sich vor, verbunden jedoch gleich mit der Frage, ob denn der Prinz sich noch an sie erinnere, denn sie sei schliesslich Lehrerin gewesen in der alten Heimat.

Prinz Lennard hatte eine vage Erinnerung wollte sich aber nichts anmerken lassen und antworte ihr äusserst freundlich : " Ja natürlich , ich erinner mich gut Lady Amelie, bin hoch erfreut euch hier begrüssen zu dürfen und sehr gespannt was ihr uns zu sagen habt. "


Was dann folgte war eine Story bei der es um eine Lieferung von Brennholz ging, welche den anwesenden Sir Blacky so sehr in Verlegenheit brachte, dass dieser zur Decke starrte und anfing ein Liedchen vor sich hinzu pfeiffen um möglichst unbeteiligt zu wirken. Höchst amusiert bemerkte der Prinz was sich da gerade abspielte und winkte Sir Blacky gleich nach vorne um ihm Gelegenheit zu geben sich zu äussern. Es folgte ein Hick Hack mit gegenseiten Vorwürfen um eine zugesagte aber scheinbar nicht gelieferte Ladung Brennholz. Sir Blacky verlor dabei die Contenance und wie man es gewohnt ist von ihm wenn er in Bedrängnis gerät, holte er zu einer Reihe von verbalen Rundumschlägen und Beleidigungen aus die kaum jemanden ausliesen der sich in der näheren Umgebung befand. ;))

Prinz Lennard beendete das Spektakulum in dem er verkündete, dass Sir Blacky den Bestand an Holz, der sich noch in seinem Besitz befindet, unverzüglich in die offiziellen Vorratskammern des Königshauses zu bringen habe und da die zehnte Stunde des Abends bereits angebrochen war, beendete er die Audienz, verbunden mit den Wünschen für einen guten Heimweg aller Beteiligten und einer geruhsamen Nacht.

herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday

Sonntag, 3. Juni 2018

Audienzbericht vom 03.06.2018


Der Prinz bei einer Wanderung zur Höhensiedlung in den Bergen von 'Carima Magic'.

Nachdem bei der letzten Audienz so eindrucksvoll bewiesen wurde über welche Bodenschätze Carima verfügt, hatte er den Entschluss gefasst, das Königreich in verschiedenen Etappen und inkognito zu durchwandern, um sich umzuschauen was es sonst noch an unendeckten Schätzen und eventuellen Handelsgütern beherbergt.

Zu seiner grossen Überraschung jedoch, war die Siedlung völlig menschenleer und auch keine streunenden Katzen oder Hunde waren zu sehen. Ein untrügliches Zeichen, dass hier schon längere Zeit niemand mehr gewohnt hatte. Prinz Lennard entschied sich dort zu übernachten und erst am nächsten Tag nach 'Carima Hills' zurückzukehren um in Vertretung die Audienz zu leiten.

'Nacht ist schon hereingesunken,
Schließt sich heilig Stern an Stern;

Große Lichter, kleine Funken,
Glitzern nah und glänzen fern;

Glitzern hier im See sich spiegelnd,
Glänzen droben klarer Nacht;

Tiefsten Ruhens Glück besiegelnd
Herrscht des Mondes volle Pracht.'

( Zitat aus Faust, Teil 2 von Johann Wolfgang von Goethe )


Zur Audienz 

Der Andrang war so stark, dass die Stadtkommandantin sich genötigt sah ein Seil vor dem Podest aufzuspannen um die Massen im Zaum zu halten und für einen geordneten Ablauf zu sorgen ;)

Das war natürlich Wunschdenken des Autors gerade . ;)
Tatsächlich wars doch so wie es im Vorfeld zu erwarten war. Die Herzogin und Sir Primus auf Reisen und die Waldhüterin Jungfer Blue hatte sich wegen gewisser Verbindungsprobleme entschuldigen lassen.
Prinz Lennard aber blieb entspannt, entdeckte ein neues Gesicht im Saal und bat die blonde Lady kurz entschlossen nach vorne um sie zu befragen. ;)
Es stellte sich heraus dass Lady Jum ... oder Jumper, wie sie sich vorstellte, eine Carimanerin aus uralten Zeiten war als Königin Linde noch regierte und somit dürfte sie auch der Herzogin bestens bekannt sein. Auch Prinzessin Sharmila erinnerte sich und beantworte die neugierig getuschelte Frage des Prinzen : "Kennst du die ? und wer ist das ?" mit einem Kopfnicken.
Weiterhin erfuhr er von der Lady höchstselbst, dass sie sogar einmal Mitglied der Stadtwache oder sogar deren Kommandantin gewesen sei.
Sie schien auch sehr sprachgewandt und wies noch einmal darauf hin, dass sie eine gute Freundin von Lehrerin Matisha sei, bevor der Prinz ihr dankte für ihre Auskünfte und sie wieder zurücktreten lies.



Sir Gorm, den Medicus rief er anschliessend vors Podest, da er unbedingt wissen wollte wie weit denn die Verhandlungen wegen der Kontaktaufnahme mit der Gräfin von Schwarzenberg aus Tievhafen gediehen sei.
Aber es scheint da doch noch gewisse Probleme, wegen der Etikette und den Verfahrensweisen zu geben, schloss der Prinz aus den Ausführungen von Sir Gorm. Ausserdem hatte der wohl bei seinem letzten Besuch keinen kompetenten Ansprechpartner gefunden und so scheint es, dass die ganze Angelegenheit immer noch ziemlich ungewiss ist ob ein Treffen überhaupt stattfinden werde. Prinz Lennard dankte dem Medicus für seine diplomatischen Bemühungen und bat ihn unverdrossen weiter zu machen, in der Hoffnung dass es dann doch einmal zu einem fruchtbaren Austausch kommen werde. ;)

Eigentlich hatte er nun geplant die wenigen Leute die sich im Saal aufhielten zu einem sonntäglichen Umtrunk in die Taverne zu bitten aber da erschien plötzlich Luba die Hafenmeisterin die sich ja in letzter Zeit so unglaublich gewandelt hatte und geradezu den Eindruck vermittelt als sei sie die Königin und Herrscherin des Handels. ;)
Sie zierte sich und lies sich sogar 2x bitten bevor sie vors Podest trat. Lies sich aber dann doch zu einem kurzen Lagebericht herab und machte dem verdutzten Prinzen ein Angebot bezüglich ihrer Handelsware den ' brennenden Steinen '. Das brachte dann aber doch Sharmila, die Gemahlin des Prinzen in Rage und sie fuhr Luba an, ob sie sich überhaupt bewusst sei, dass ihre Handelsware zu den Bodenschätzen des Königreichs Carima gehörten und dass Sie diejenige sei die dafür eigentlich bezahlen müsse, um diese Schätze zu heben und damit Handel zu treiben.
Luba aber konterte schnippisch, dass die Steine überhaupt nicht in Carima gefunden worden seien, aus einem ganz anderen Land stammen und brachte somit eine völlig neue und unerwartete Perspektive auf die Sicht der Dinge in dieser Angelegenheit.

Der Prinz natürlich ratlos und noch immer staunend wegen dieser Wende, fand dann endlich wieder Worte und hob an in offiziellem Tonfall : " Nun mir scheint angesichts dieser ungeklärten Sachlage und der Tatsache dass die Herzogin nicht anwesend ist um weitere Anhörungen und Entscheidungen treffen zu können, es das Beste ist, dass ich für heute die Audienz beende und alle Anwesenden zu einem Umtrunk in die Taverne einlade."


So geschah es denn auch. Die wenigen Verbliebenen fanden sich in der Taverne ein und sogar das Geburtstagskind des Tages, die Bäuerin Elamanu Pastorelli traf noch hinzu.
Man prostete sich gegenseitig zu, trank auf das Wohl der Bäuerin und auf das Wohl Carimas und es fanden sogar noch einige lockere, amusante OOC Gespräche statt.

Als der Prinz dann weit nach Beginn der zehnten Stunde des Abends die Taverne verlies und in den dunklen Nachthimmel schaute, musste er noch einmal ein Goethezitat loswerden, diesmal in freier Abwandlung und gut gelaunt :

' Nacht ist schon herabgesunken, 
Sternenhimmel strahlt in voller Pracht;

den Bewohnern und den Gästen wünschend,

Gute Nacht Carima,
Gute Nacht.'



herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday