Sonntag, 17. Juni 2018

Audienzbericht 17.06.2018


' Carima Woods ' eine der Idyllen im Königreich. Aber wie alle Idyllen immer auch sehr trügerisch sein können und noch ganz andere Aspekte aufweisen, erfuhr Prinz Lennard beim inoffiziellen Besuch eines Bauernhofes in dem bergigen Land.
Er verbrachte einen ganzen Nachmittag bis in die späten Abendstunden bei dem jungen Ehepaar welches den Hof bewirtschaftet. Da sie ihn nicht erkannten, weil er seine Reisen durch die Provinzen Carimas in normaler, unauffälliger Kleidung durchführte, waren sie sehr misstrauisch und zurückhaltend ihm gegenüber. Ob sie dieses Verhalten abgelegt hätten wenn sie gewusst hätten welche Funktion er am Königshof hat, bleibt jedoch auch fraglich. ;)
Also beschloss der Prinz einige Zeit hier zu verbringen, packte sogar bei den Arbeitsverrichtungen mit zu und versuchte möglichst volksnah und unkompliziert im Gespräch mit den beiden zu bleiben.
Allerdings immer seine Absicht im Sinn behaltend, soviel als möglich über Land und Leute in Erfahrung zu bringen und nach eventuell, unbeachteten, unentdeckten Schätzen zu forschen.
Ganz langsam gewannen die beiden etwas Vertrauen und luden ihn sogar zum Abendessen ein.
Als der Bauer nach dem Mahl noch einmal vors Haus ging um nach dem Vieh zu schauen da es ziemlich unruhig zu sein schien, beugte sich die Frau über den Tisch, packte den Prinzen beim Unterarm, schaute ihn eindringlich an und flüsterte :


" Sir , wir werden bedroht und erpresst ! "
Sie schaute dann prüfend zur Tür um sich zu vergewissern , dass ihr Mann noch immer draussen bei den Tieren war und fuhr dann mit schnellen Worten fort um zu erklären.

" Mein Mann hatte das hier in den Bergen gefunden."
Sie fasste in die Tasche unter ihrer Schürze, zog einen blau-grün schimmernden, daumennagelgrossen Kristall hervor und hielt ihn dem Prinzen vor die Nase.

" Er wollte mir eine Freude machen, fasste es in Silberdraht, so dass ich es als Halsschmuck tragen konnte, wenn wir zum grossen Bauernmarkt nach 'Carima Castle' gingen."

Sie brach abrupt ab, da sie bemerkte dass ihr Mann zurück kam, steckte den Kristall schnell weg und hielt den Zeigefinger vor die Lippen, als Aufforderung zum Schweigen.

" Es scheint, dass Wölfe sich draussen herumtreiben. "
,sagte der Bauer grimmig als er wieder den Raum betrat.
" Da ihr ja offenbar zu Fuss angereist seid , würde ich euch empfehlen hier zu übernachten und erst morgen bei Tageslicht euere Wanderung fort zu setzen."

An seine Frau gerichtet dann.
" Er kann in der Kammer neben dem Räucherofen schlafen. "

Prinz Lennard bedankte sich und sagte zu. Die drei sassen anschliessend noch eine Weile in der Küche beisammen, aber es gab keine Gelegenheit mehr alleine mit der Frau zu sprechen. Die Nacht verlief unerwartet ruhig und Lennard reiste am nächsten Tag weiter. Ganz kurz nur konnte er noch mit der Frau ein paar Worte wechseln und ihr zusichern, dass er zurück kommen werde, die ganze Geschichte erfahren wolle und auch versprach er den beiden zu helfen.

Zur Audienz 

Entgegen allen Erwartungen war es die best besuchte Audienz seit langem. Vielleicht war es auch  die Nachricht von der Niederlage der ' teutonischen Mannschaft ' beim grossen Turnier, welche die Leute aufbrechen lies um Ablenkung zu suchen und deshalb fanden sich so viele im Thronsaal ein ;))
Von den imposantesten Erscheinungen der Teilnehmer fertigte der Hofmaler schnell einige Skizzen an um sie zu dokumentieren.




Ganz sicher aber trug die Ankündigung, dass die Herzogin und überraschender Weise auch Sir Primus zugegen sein würden, dazu bei den Saal zu füllen.
Bei den Themen gabs jedoch noch nichts umwerfend Neues. Prinz Lennard war zunächst mal froh, dass er heute bei der Erstansprache der Herzogin den Vortritt überlassen durfte und flüsterte ihr noch schnell zu :
" Ich bin überzeugt dass die Jungfer euch heute einen ihrer köstlichen Räucherfische überreichen wird ... als Willkommensgeschenk sozusagen. "
Sprachs und schaute schnell zur Seite damit sein breites, feixendes Grinsen nicht gesehen wurde.
Aber der Prinz hatte sich getäuscht. Die Jungfer begann zu erzählen, dass sie heute eigentlich ein Bärenfell hatte mitbringen wollen, jedoch das Tier sei zu schnell gewesen oder es hatte den Plan durchschaut , dass man ihm das Fell abziehen wolle und hatte sich ganz einfach aber unauffindbar versteckt. Sie flirtete dabei ganz ungeniert mit Sir Primus, blinzelte ihm ständig zu , forderte ihn sogar auf sie bei der Bärenjagd zu begleiten, während sie ihr Angebot noch körpersprachlich mit seltsamen Hüftbewegungen untermalte.
Sie besann sich aber schnell wieder weil sie bemerkte dass sie ja gerade im Focus aller Anwesenden stand, richtete sich wieder zur Herzogin und fuhr fort :
" Achja .... wegen der Rattenplage ... die ja noch immer nicht ganz eingedämmt wurde ... ich hätte da noch einen Vorschlag zu machen.
Schlangen !!! "
Spätestens jetzt verstummte auch das letzte Gemurmel und Getuschel im Saal und die Jungfer hatte die volle Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen.
Die Herzogin reagierte als Erste.
" Das kommt überhaupt nicht in Frage, dass wir hier Ratten mit Schlangen bekämpfen !! was denkt ihr euch Jungfer ? !!!
Kleinlaut und sichtlich beleidigt wegen der Ablehnung ihrer genialen Idee murmelte diese nur :
" Ich wollt ja nur .... helfen ... aber ... nun das wars eigentlich schon , kann ich wieder zurücktreten ? "

Prinz Lennard  meldete sich schnell noch zu Wort und sagte, dass er Schlangenleder eigentlich ganz interressant fände und vielleicht hätte die Jungfer ja einen kreativen Vorschlag was man damit anfangen könne und irgendwas draus machen um es für den Handel zu verwenden.
Die Jungfer war aber zunächst ganz froh, dass sie wieder auf ihren Platz konnte, da sie schon mitbekommen hatte, dass Luba ihre Geschäftspartnerin eingetroffen war und jetzt ihren erwarteten Auftritt hatte wegen der Sache die den beiden in erster Linie auf dem Herzen brannte. Die immer noch brennenden Steine nämlich. ;)
Luba hatte ja bei der letzten Audienz vom Prinzen den Auftrag erhalten, nochmals eine Karte anzufertigen die gut leserlich und verständlich war um sie der Herzogin zu präsentieren.
Den ganzen wortreichen, witzigen Vortrag und die Diskussion die sich dabei entwickelte erspart sich der Autor hier im Detail nochmal wieder zu geben. Bemerkenswert allerdings, die Zeichnung eines Seemonsters, das auf der präsentierten Landkarte zu sehen war und das den seltsamen Namen  ' Milashari ' trug. Bei einigen der Anwesenden führte dies zu erheblichen Irritationen, bei anderen jedoch zu offensichtlichen Erheiterungen.
Die Herzogin erkannte jedenfalls, dass aus diesem Lageplan ersichtlich wurde, dass der Fundort der Steine nicht zum Hoheitsgebiet des Königsreichs gehörte und äusserte Prinz Lennhard gegenüber, man müsse wohl ernsthaft darüber nachdenken das Gebiet zu besetzen.
Das war für diesen das Signal die Herzogin ums Wort zu bitten und das Resultat seiner nächtlichen Grübeleien, bezüglich der Erneuerung und Belebung des Handels in Carima. nun zu verkünden.
In einer bemüht mitreissenden Ansprache mit wohlgesetzten Pausen erklärte er nun. was er sich so vorstellte, das man gebrauchen könnte um es im Handel einzusetzen.
In der Hoffnung, dass seine Vorschläge als brauchbare Anregungen verstanden wurden, bedankte er sich bei allen Teilnehmern für ihre Aufmerksamkeit, trat wieder zurück in die zweite Reihe und überlies der Herzogin das Ende dieser überraschend gut besuchten Audienz einzuleiten.


herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday


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