Mittwoch, 31. Januar 2018

Die Konturen der Äpfel


Wie immer bei meinen imaginären Zeitreisen zu den Spaziergängen mit Monsieur Paul
Cezanne. Kopfhörer auf, Smooth Jazz eingespielt und Abflug ;)

Diesmal war allerdings ein lautes und bedrohliches Dröhnen zu hören, das beinah die Musik überdeckte.
Es stammte vom Anflug eines grossen Flugzeugs auf die gut 50 km von meinem Wohnort entfernte
Ramstein Air Base.

Das Grollen war sogar bei meiner Ankunft noch zu vernehmen, was sich dort aber als ein sich entfernendes Gewitter darstellte. Sehr ungewöhnlich jedoch für die Jahreszeit. ;)

Zu Beginn des Spaziergangs, schon fast rituell, ein lockeres Gespräch über Farbe.
Dann komm ich aber schnell zu der Frage die mich brennend interessiert.

Monsieur Paul, stimmt es, dass sie während des Malprozesses, besonders bei den Stilleben,
den Standort vor dem Motiv wechseln, ihre Staffelei um wenige Meter verschieben und dadurch
zu der ungewöhnlichen Auffassung und Darstellung der Konturen kommen ?

Er schüttelt den Kopf und verneint.
Es ist vielmehr so, dass ich die Konturen in einem bestimmten schwingenden Rythmus zeichne
und dadurch eine nicht genau definierte Grenze des Gegenstandes zum Raum erhalte,
an die ich mich aber beim Auftragen der Farbflächen dann heran taste.
Besonders deutlich sieht man das bei den Aquarellen, wegen der Transparenz der Farbe.

Ich freue mich sehr über diese Auskunft und bedanke mich beim ihm.

Bevor ich mich verabschiede erzähle ich ihm noch, dass ich gelesen habe, dass
die Kunstkritiker und Salonmaler seiner Zeit, die fast ausschliesslich antikisierende
und heroische Themen gelten liesen, sich sehr höhnisch und abfällig über seine Motive
geäussert hätten und sogar der Satz gefallen sei : ' Was will er denn nur mit seinen Äpfeln ? '.

Dann füge ich noch hinzu, dass es in meiner Zeit eine Firma mit dem Namen ' Apple ' gibt. Ein milliardenschweres, den Weltmarkt beherrschendes Unternehmen das sein Geld verdient mit einer Technologie, die Schwingungsfrequenzen zur Übermittlung von akkustischen und optischen Daten verwendet, die dann weltweit, drahtlos empfangen werden können.

Und wie schon bei meinem letzten Besuch lächelt er wieder und sagt :
Sie scheinen in einer sehr interessanten Zeit zu leben. ;))

Nachwort.

Die Spaziergänge mit Monsieur Paul sind natürlich reine Fiktion und frei erfunden. ;))
Falls zufällig ein Kunsthistoriker diesen Artikel liest, der Kenntnis davon hat, dass
es tatsächlich, schriftliche Dokumentationen von Paul Cezanne gibt, die diese
Arbeitsweise, vom Standortwechsel während des Malprozesses belegen, dann würde ich mich
sehr über einen Kontakt freuen.

herzliche Grüsse und ein Augenzwinkern

Lennard Monday 

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