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Die rätselhafte Rolle



Es ist Samstag Morgen und ich sitze in der Bibliothek im königlichen Schloss.

Fast die ganze Nacht hatte ich über dem Papier gesessen, das mir die Herzogin
am Abend vorher übergeben hatte, mir die Zahlenreihen betrachtet und versucht
irgend einen Anhaltspunkt zu finden, der mir einen Hinweis auf die
Entschlüsselung und Bedeutung dieser Zahlen geben könnte.

Mir war aufgefallen, dass die obere Hälfte des Blattes nur aus Primzahlen bestand, aber beginnend mit der 11. Das heisst, die einstelligen Primzahlen 2,3,5, und 7 waren weg gelassen worden. War das nun ein indirekter Hinweis, dass gerade sie von Bedeutung seien ?

Ich bemerkte nicht dass die grosse Flügeltür sich geöffnet hatte und die
Herzogin leise den Raum betreten hatte.

" Nun Schwager ... seid ihr voran gekommen mit diesem Papier ? "

sagt sie ohne einen Gruss voran zu stellen.

Ich erhebe mich schnell, schnappe mir ihre Hand und deute ein
höfischen Handkuss an.

" Guten Morgen Schwägerin .... also nein ... voran kommen kann man
da nicht sagen. Ich habe gewisse Analysen .... durchgeführt ...
aber nichts davon scheint zielführend ... "

"Jedoch ... ich brauche mehr Informationen. Ihr habt da gestern eine Andeutung
gemacht , dass es da um Gold und Juwelen ginge ... und eine Verbindung
zu Königin Linde gäbe."

Ich bemühe mich schnell und wortreich zu sprechen um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, die ihre offensichtliche Übellaunigkeit vertreiben soll und das Gespräch dann in einem  geschäftsmässigen Ton geführt werden könne.

" ..und ich müsste wissen, wo kommt dieses Papier her ... und wieso .. ist es anscheinend so dringlich es zu entschlüsseln ?"

Sie bemerkt natürlich sofort meine Absicht und antwortet trocken.

" Verbiegt euch nicht lieber Schwager. "
" Ich kann euch nur sagen, dass es so ist. Es geht um Gold und Juwelen und
Carima braucht diese Reserven ... und zwar dringend, wenn ihr versteht."

Ich fasse mir schnell an die Schläfe und spiele den staatstragenden Denker.

" Natürlich ich verstehe ... ich verstehe ... " murmele ich, aber in Wahrheit
schiesst es mir durch den Kopf.

' Tz tz tz .. ganz klar ... hab ich s mir doch gedacht .. dieser Primus ist
unfähig die Finanzgeschäfte des Hofes zu führen und Heinrich ist zu alt geworden, kümmert sich nur noch um sein leibliches Wohl und schleicht in der Schlossküche umher.'

Ich blicke ihr dann fest in die Augen, rolle dabei das Papier wieder zusammen
und halte es demonstrativ hoch.

" Ihr könnt euch auf mich verlassen Schwägerin. Ich werde es herausfinden.
Und ich werde unsere Handelskontakte auffrischen. Diese beiden Seefahrerinnen bei der letzten Audienz, scheinen ja interessante Güter an Bord ihrer Schiffe zu haben."

Und als wäre ich von einer Euphorie ergriffen rufe ich noch aus.

" Hoch lebe Carima ! "

Ich nicke ihr schnell zu und eile aus Bibliothek.



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